Braunschweiger Zeitung, 30.05.2000

Braunschweiger Akkordeon-Orchester spielt im Großen Saal der Stadthalle


Musikalische und menschliche Harmonie

Von Daniel Puskepeleitis

Drei Jahre ist es her, dass das Braun­schweiger Akkordeon-Orchester sein 50-jähriges Bestehen feierte - exakt vier Jahre nach dem 25. Geburtstag. Ein Rechenfehler? Mitnichten. Der Blick auf die Historie liefert die Erklärung.

Anfangs handelte es sich um eine bunte Musiziergruppe mit unterschiedlichen Instrumenten. Doch schon bald dominierte das Akkordeon - und 1966 verwandelte sich die bunte Mischung in ein reines Akkordeon-Orchester. Seitdem ist es der Gruppe gelungen, sich einen guten Namen zu machen - weit über die Stadtgrenzen hinaus.

Den größten Erfolg bislang verbuchten die Braunschweiger 1998 Zum ersten Mal nahmen sie am internationalen Akkordeon-Festival in Innsbruck  teil, spielten vor mehr als 15 000 Zuschauern - und landeten prompt auf dem ersten Platz. ,,Damit gerechnet hatte wohl keiner von uns“, erzählt Vorsitzender Manfred Brink.

Gibt es vielleicht doch eine Erklärung für den Erfolg? Der 55-Jährige überlegt - und nennt die Harmonie der Musiker als Grund. Nicht nur im spielerischen, sondern vor allem im menschlichen Bereich. ,,Dissonanzen untereinander sind vielleicht bei Profis zu vernachlässigen. Bei Laienspielern ist das Miteinander sehr wichtig.“

Zudem dürfte aber auch die Orchester-Besetzung eine entscheidende Rolle spielen: Udo Menkenhagen, Mitarbeiter der Städtischen Musikschule, dirigiert die Spieler bereits seit 13 Jahren. Am ersten Akkordeon (,,vergleichbar mit der ersten Geige bei anderen Orchestern“) sitzt Uta Grashoff. Die 33-Jährige unterrichtet außerdem an der Musikschule der Kreisvolkshochschule Wolfenbüttel.

Fasziniert sind die Orchester-Mitglieder vor allem von den schier unbegrenzten Möglichkeiten ihrer Instrumente. ,,Mit einem Akkordeon kann man einfach alles machen“, schwärmt Menkenhagen von einer Vielseitigkeit, die durch das Repertoire bestätigt wird. Wider Erwarten erklingen weder Shantys noch volkstümliche Stücke, wenn der Dirigent den Taktstock erhebt. Vielmehr haben sich die 27 Musiker der Klassik verschrieben, spielen Werke von Bach und Rossini. Ihre beiden CDs - ,,Da Capo“ und ,,Reisebilder“ - krönen sie mit abschließenden Interpretationen der Musical-Hits ,,Phantom der Oper“ und ,,Hair“.

Der Eindruck von Leichtigkeit, der durch das Spiel geweckt wird, trügt: ,,Akkordeon spielen bedeutet schon große körperliche Anstrengung“, berichtet Uta Grashoff. Und es stecke auch jede Menge Arbeit dahinter, das Instrument bis zur Perfektion zu beherrschen. ,,Die ersten Erfolge sind aber schnell zu erzielen“, weiß Udo Menkenhagen und begründet somit das Interesse, dass vor allem Kinder an dem Instrument und seinem vollen Klang haben.

Der volle Klang übrigens hallt am Sonntag, 18. Juni, von 11 Uhr an durch den Großen Saal der Stadthalle. Karten für das Jahreskonzert gibt es bei der Konzertkasse und Musikalienhandlung Bartels.

Eine Ebene höher


[Home] - [Orchester] - [Konzert] - [CD] - [Presse] - [Gästebuch] - [Links] - [Kontakt] - [Termine]

 

© 2000 by Dennis Brink
All Rights Reserved.