Braunschweiger Zeitung, 30.04.2001

Gut besuchtes Jahreskonzert des Braunschweiger Akkordeonorchesters im Großen Saal der Stadthalle


Mit Tango und Sinatra auf Abwegen

Mit den traditionellen Jahreskonzerten im Kleinen Saal der Stadthalle zeigte das seit 54 Jahren bestehende Braunschweiger Akkordeon-Orchester unter der Stabführung von Udo Menkenhagen regelmäßig seinem Publikum den aktuellen Stand des musikalischen Schaffens.

Inzwischen ist der Zuhörerkreis des ambitionierten Orchesters derart angewachsen, dass der Kleine Saal zu klein wurde und man im vergangenen Jahr erstmalig – mit Erfolg – im Großen Saal auftrat.

Etwa 1300 Zuhörer füllten auch beim diesjährigen Jahreskonzert am gestrigen Sonntagvormittag ansehnlich Parkett und Hochparkett der Halle. Und auf Grund der noch wachsenden Zuhörerzahl des sinfonisch anspruchsvoll musizierenden Klangkörpers kann man prognostizieren, dass irgendwann auch die Seitentribünen noch besetzt sein werden – zumal dem Orchester und seinem Leiter das scheinbar unerschöpfliche Konzertmaterial nicht ausgeht.

Klangliche Vielfalt

Dynamisch und mit Esprit gestaltete das Orchester die Ouvertüre der Komischen Oper Fra Diavolo von Daniel Francois Esprit Auber und wurde dem fröhlich-heiteren Duktus der Komposition gerecht. Mit angemessen sentimentalem Melos erklang das Arioso der fünfsätzigen „Sinfonischen Suite von Wolfgang Jacobi mit deutlich markierten Flöten-, Klarinetten- und Streicherregistern, die einmal mehr die Vielfalt der klanglichen Möglichkeiten des Akkordeons aufzeigten. Nach drei „Spanischen Tänzen“ von Moritz Moszowski – temperamentvoll präsentiert – ging man in die Pause.

In der zweiten  Hälfte zeigte zunächst Uta Grashoff als Solistin des Orchesters ihr zweifellos überzeugendes virtuoses wie interpretatorisches Können im dreisätzigen Konzert in a-moll für Solo und Akkordeon-Orchester von Curt Mahr. Dafür erhielt sie neben viel Beifall gleich zweimal Blumen und bedankte sich ihrerseits dafür mit einem virtuosen Stück als Zugabe. Von der viersätzigen Irischen Suite des Ungarn Matyas Seiber traf der mit Schmelz gespielte dritte Satz „Air“ (auch bekannt als „Danny Boy“) ins Herz.

Leichthändig überzeugt

Ein Tango sowie ein Sinatra-Medley zeigten zum Abschluss, dass das Akkordeon-Orchester auch auf einem Gebiet jenseits des sinfonischen Anspruchs überzeugend musizieren kann. Langer, herzlicher Applaus waren der Lohn für einen musikalisch abwechslungsreichen und gelungenen Sonntagvormittag. Das Braunschweiger Akkordeon-Orchester verabschiedete sich – spätestens bis zum nächsten Jahreskonzert – mit einer Zugabe.

Anmerkung des Orchesters: Aufgrund der stehenden Ovationen spielte das Orchester noch drei Zugaben.

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