Braunschweiger Zeitung, 19. Mai 2003

Erst aufbrausend, dann wieder besänftigend

Akkordeon-Orchester mit abwechslungsreichem Spiel

Volles Haus in der Stadthalle: Nur wenige Plätze im großen Saal blieben beim Jahreskonzert des Braunschweiger Akkordeon-Orchesters frei. Das Ensemble unter der Leitung von Udo Menkenhagen überzeugte mit einer facetten- und abwechslungsreichen Vorstellung.

Ob Oper, Tango, Musical oder Stücke mit Einflüssen aus armenischer Folklore, das Braunschweiger Orchester begeisterte das Publikum. Es präsentierte sich als eine harmonische Einheit, die mit gefühlvollem Spiel die verschiedensten Stimmungen beim Zuhörer hervorrief. Mal aufbrausend, mal melancholisch traurig, dann wieder besänftigend bahnten sich die Akkordeonspieler den Weg in die Herzen der Gäste. Effektiv unterstützt wurden sie von zwei Schlagzeugsolisten, deren punktuellen Einsätze das musikalische Gesamtbild sinnvoll ergänzten.

Besonders in dem vierteiligen Stück Peer Gynt von Edvard Grieg konnte das Ensemble seine ganzen musikalischen Fähigkeiten demonstrieren. Begonnen wurde mit einer lieblichen Melodie, die eine freudige Morgenstimmung darstellte. Danach folgte ein Bruch und das Thema Tod stand im Vordergrund, eindrucksvoll vom Orchester untermalt. Bis dann, in einem zuerst dumpfen und monotonen plötzlich schneller und wilder werdenden Rhythmus, das Finale erreicht wurde.

Auch die anderen Stücke zeugten von der Vielfalt zu welcher das Orchester in der Lage ist. Neben der Ouvertüre "Die Italienerin von Algier" von Gioacchino Rossini wurden zwei Kompositionen von Astor Piazzolla aufgeführt, bei denen sich die Tangoeinflüsse deutlich heraushören ließen. Sehr schwungvoll waren die Darbietungen der sinfonischen Tänze aus dem Ballett Gayaneh, die ihren Ursprung in der armenischen Folklore haben. Den stimmungsvollen Abschluss bildete ein Medley aus dem Musical West Side Story.

So viel Abwechslung und Spielkunst überzeugte letztlich auch das Publikum, welches das Orchester stets mit lang anhaltendem Applaus belohnte. Dabei war es teilweise sogar etwas zu voreilig. Doch Dirigent und Ensemble ließen sich von solchen kleinen Zwischenfällen nicht aus der Fassung bringen, setzten ihr Spiel gelassen fort. Eben eine vollkommen harmonische Einheit.

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