Braunschweiger Zeitung, 10. Mai 2004

Akkordeon-Orchester begeisterte

Konzert in der Stadthalle: Vielseitigkeit und Klasse eindrucksvoll demonstriert

Braunschweiger Zeitung, den 10. Mai 2004 - Jahreskonzert des BAO
Starke Vorstellung: Akkordeonorchester Braunschweig in der Stadthalle.

Fester Bestandteil und Höhepunkt des kulturellen Veranstaltungskalenders der Stadt ist das Jahreskonzert des Braunschweiger Akkordeon-Orchesters. Am Sonntag in der Stadthalle unterstrich das Großensemble erneut seine Klasse.

Von Klassik bis Rock
Im Programm blieben sich die Akkordeonisten unter Leitung von Udo Menkenhagen auch in diesem Jahr treu. Sie spannten wieder einen weiten musikalischen Bogen von Klassik, über Polka und Tang bis hin zu Rock. Das Orchester bewies damit einmal mehr seine Vielseitigkeit und präsentierte sich gut eingespielt: Mal gefühlvoll-leise, dann wieder kraftvoll, und doch zu jeder Zeit die Zuhörer einnehmend. Allein das Schlagzeugspiel traf zuweilen an ruhigeren Stellen nicht ganz die Stimmung und drängte sich zu sehr in den Vordergrund.
Das Orchester stellte beim Jahreskonzert auch seine Beiträge für das 8. Internationale Welt-Musik-Festival in Innsbruck vor. An dem alle drei Jahre stattfindenden Festspielen nahmen die Braunschweiger schon 1998 und 2001 teil. Ihre anspruchsvollen Stücke, mit dem sie in diesem Jahr in der Höchststufe starten wollen, wurden als Generalprobe vorgetragen.
"Krakatao" (Komponist Stefan Hippe) ist die musikalische Vertonung eines der größten Vulkanausbrüche der Neuzeit, durch den eine indonesische Insel 1883 zerstört wurde. Mehr als 36000 Menschen starben bei der Katastrophe.
Das Stück beginnt ruhig, und doch klingt da schon unheilvolles an. Das Tempo zieht an. Es wird bedrohlich, die Anschläge werden lauter, dann kommt wie ein Knall der Vulkanausbruch ins Akkordeon-Spiel. Passend dazu werden auf einer Leinwand Bilder von mächtigen Lava-Eruptionen gezeigt. Leider stimmt die Musik-Bild-Synchronität nicht: Der Vulkan explodiert, als das Orchester erst zu dem Inferno ansetzt.

Kein leichtes Spiel
Auch der zweite Wettbewerbsbeitrag, "Variationen für Akkordeon-Orchester" (Komponist Rudolf Würthner), ist für die Musiker kein leichtes Spiel, sondern nötigt ebenfalls perfekte Instrument-Beherrschung ab. Da stimmte alles, das Orchester überzeugte ohne wenn und aber.
Im zweiten Teil des Konzerts wurde es populärer. Nach der schweren Festivals-Kost rundeten beschwingte Stücke wie der Tango-Cubano oder "Help!" von den Beatles das Programm ab. Das Publikum war begeistert und dankte mit lang andauerndem Applaus.

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