Braunschweiger Zeitung, 08. Juni 2005

Nach dem Verdi kam der Robbie

Allererste Klasse: Das Braunschweiger Akkordeon-Orchester begeisterte 1000 Besucher in der Stadthalle

Das Braunschweiger Akkordeonorchester ist ein Phänomen. Ein Ensemble, dem es alljährlich zuverlässig gelingt, ein großes Publikum zu begeistern. Auch diesmal waren wieder an die 1000 Zuhörer in die Stadthalle gekommen.

Insbesondere die sorgfältige, kluge Programmauswahl und ein ständig wachsendes Repertoire sorgen dafür, dass sich die Zuhörer ernstgenommen, wohl aber auch gut unterhalten wissen. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass mit dem Repertoire auch der eigene Anspruch des Orchesters stetig wächst. Verantwortlich für all dies zeichnet seit 17 Jahren Udo Menkenhagen als künstlerischer Leiter.

Traditionsgemäß wurde das Konzert mit der Bearbeitung eines klassischen Orchesterwerkes eröffnet, der Ouvertüre zu Mozarts Singspiel "Entführung aus dem Serail". Gerade bei dieser vielschichtigen Musik gelingt es, die hier ungewohnten Klangfarben augenblicklich zu akzeptieren und die spezifische Leichtigkeit und Durchsichtigkeit des Akkordeonorchester- Klanges zu genießen. Das ist eine Domäne dieses Klangkörpers.

Die zweite Ungarische Rhapsodie von Liszt zeigte ganz andere Seiten des Akkordeonklangs. Hier, wo schon kompositorisch mit eher breitem Pinsel gearbeitet wurde, konnte sich wer mochte am vollen Volumen ergötzen und an der guten Bearbeitung Rudolf Würthners.

Mit Originalmusik für Akkordeonorchester wurde die erste Programmhälfte beschlossen. "Die Galerie" von Heinz Ehme, Programmmusik in reinster Form, ist ein für dieses Genre typisches Stück mit ebenso typischen Satzüberschriften wie "Romanze in Pastell" oder "Abstrakte Malerei". Trotz dieser nicht gerade verheißungsvollen Titel waren wieder differenziertes Musizieren und neue klangliche Aspekte zu erleben.

Das weitaus reichste und farbigste Stück an Originalmusik gab es direkt vor der Pause. Die "Dalmatinischen Tänze" von Adolf Götz. Im Orchester entwickelten sich größtes Engagement und beste Spiellaune.

Der Höhepunkt des Konzerts folgte nach der Pause mit dem Triumph-Marsch aus Verdis Oper "Aida". Beeindruckend waren Menkenhagens Einsatz und Überzeugungskraft.

Die Bearbeitung von Schostakowitschs "Tahiti Trot" bildete einen gelungenen Übergang zum leichteren, unterhaltsamen Schlussteil. In Henry Mancinis "Baby Elephant Walk" und dem allseits bekannten "Pink Panther", besonders aber im abschließenden Robbie-Williams-Medley zeigte das Braunschweiger Akkordeonorchester, was es in Sachen Swing zu bieten hat. Allererste Klasse! zw

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