Braunschweiger Zeitung, 29.04.1997

Braunschweiger Akkordeon-Orchester gab Jubiläumskonzert in der Stadthalle


Bravouröse Kollektivleistung

Ausverkauft war das Jubiläumskonzert des Braunschweiger Akkordeon-Orchesters im kleinen Saal der Braunschweiger Stadthalle. Vor 50 Jahren als ,,Musikfreunde Braunschweig" gegründet, ist es seit 1967 ein reines Akkordeon-Orchester, wenn man vom Schlagzeug (Rolf Dannheim), den elektronischen Tastenbässen  (Susanne Garbe, Jens Kutilek) sowie dem Elektronium (Sabine Franzke) absieht.

Im Kampf gegen das Vorurteil, dass das Akkordeon, als ,,Schifferklavier" diffamiert, nur als Begleitinstrument für Shanties tauge, hatte man die zehn erfolgreichsten Werke aus dem Repertoire ausgewählt. Zusätzliche Sicherheit brachte das Einspielen für die Jubiläums-CD ,,Da Capo".

Anspruchsvoll und dem Anlass angemessen war als Auftakt die Ouvertüre zum ,,Barbier von Sevilla" von Gioacchino Rossini. Hier zeigte sich eindrucksvoll das sonore Volumen des Klangkörpers, gepaart mit der klanglichen Bandbreite des Instruments, für das in seiner edelsten Ausführung Preise jenseits der 10 000 Mark gezahlt werden. Und wer die Augen schloss, glaubte in der von Curt Herold für Akkordeon-Orchester eingerichteten Bearbeitung wie bei einem sinfonischen Orchester die Streicher, Klarinetten und Flöten zu hören. 

All diese ,,Sounds" werden wohlgemerkt ,,akustisch" und nicht gesampelt hergestellt. Auf wirkungsvolle Crescendo-Dynamik hin angelegt war der Johann-Strauß-Walzer ,,Rosen aus dem Süden" in einer Bearbeitung von Rudolf Würthner, von dem auch die folgende Bearbeitung der Sinfonia in B-Dur von Johann Christian Bach stammte. Hier gab es nach dem Presto verdient das erste ,,Bravo".

Doch nicht nur als musikalisch sicherer Bearbeiter mit Sinn für die Originalkompositionen ist Würthner hervorgetreten. Nach seiner mehrsätzigen ,,Münchner Rhapsodie", einer Art Prograrnmusik, ging man in die Pause. Mit einer flotten Einleitung legte Dirigent Udo Menkenhagen Edward Elgars Marsch ,,Pomp and Circumstances" (bearbeitet von Werner Niehues) nicht allzu pompös und breit an.

Eine bravouröse Kollektivleistung waren die Unisonoläufe im stets eiligen Säbeltanz von Aram Chatschaturjan, und Uta Grashoff brillierte mit technisch und musikalisch dynamischem Vortrag der ,,Variationen über ein russisches Volkslied" (,,Schwarze Augen") für Solo-Akkordeon und Orchester von Rudolf Würthner.

Vielseitig, unterhaltsam und ein I,eistungsspiegel des präzise und konzentriert musizierenden Orchesters war das Jubiläurnsprogramm das mit einem stimmungsvoll interpretierten Medley aus dem ,,Phantom der Oper" des erfolgreichen Fließbandkomponisten Andrew Lloyd Webber schloss. Langer Applaus und ,,danke schön" vom Orchester.   Charles Benecke

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