Braunschweiger Zeitung, 18.05.1999

Auftaktveranstaltung zur Konzertreihe des Vereins "Musik im Stadtpark" litt unter kühler Witterung


Orchester erwärmte die Herzen

Etwas maikühl war es schon am Sonntag Nachmittag bei der Auftaktveranstaltung zur diesjährigen Konzertreihe des Vereins ,,Musik im Stadtpark“ mit dem Braunschweiger Akkordeon-Orchester unter Leitung von Udo Menkenhagen, doch trotz der ,,schattigen Witterung“ (Menkenhagen) war das Konzert des Orchesters, das zur Unterstützung des rührigen Vereins auf Gage verzichtet hatte, ermutigend gut.

Überhaupt kann sich das Orchester, das immer wieder mit Erfolg gegen den Ruf des Akkordeons als ,,Schifferklavier“ und nur tauglich für volkstümliche Musik, mit ernster und gehobener Musik anspielt, sich in der Region wachsender Beliebtheit erfreuen. 

Mut zur räumlichen Größe

Die Folge ist: Man hat Mut zur auch räumlichen Größe, und daher soll das Jahreskonzert im nächsten Jahr sogar im Großen Saal der Stadthalle über die Bühne gehen. Vielleicht werden dann einige der Zuhörer des Stadtparkkonzertes dabeisein, geht man von den Bravo-Rufen und Beifallskundgebungen des sonntäglichen Konzertes aus. Nicht gerade leichte Ware war zu Beginn die Ouvertüre von Rossini zu ,,Wilhelm TeIl“ (Bearbeitung von Willi Münch), deren feierliche Einleitung gleich für aufmerksame Ruhe sorgte. Aus der Ballet-Suite von Hans Brehme, op. 42 (Orchestersatz Rudolf Würthner), spielten sie den Tango und die flotte Tarantella. Heiter bewegt ging es auch im 2. Satz der ,,Reisebilder“ (betitelt ,,In einer alten Handwerksgasse") zu, und die ,,Schweizer Rhapsodie“ bildete mit romantischen Klangbildern einen ansprechenden Kontrast. Da es nun einmal kühl war, erwärmte das Orchester die Herzen des Publikums mit einem südamerikanischen Pasodoble und einem Bossa Nova Medley, darunter das auch im Jazz gern gespielte Stück ,,Blue Bossa“. Auch wenn im Stadtpark überwiegend Eichen stehen, war die ,,Russische Fantasie“ mit festlichem Tanzfrohsinn und melancholischer Taigawehmut durchaus nicht unpassend. Eine möglicherweise drängende Frage des Publikums, warum die Orchestermitglieder ihre Instrumente nur rechtshändig bedienen, beantwortete Udo Menkenhagen mit der Vorstellung der elektronischen Bass-Sektion des Orchesters. cbe

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